Gemeinsam im Glauben unterwegs sein

Gemeinsam im Glauben unterwegs sein

Bad Neuenahr/Trier – Gemeinschaft: Dieses Wort fällt im Gespräch mit Marcel Rieck immer wieder. Er will gemeinsam mit den Menschen im Glauben unterwegs sein, sagt der 33-Jährige, der am 2. Juli in Trier zum Priester geweiht wird. Dass er für die Menschen und zu ihnen gesandt ist, dieses Gefühl hat der in Bad Neuenahr geborene und in Grafschaft-Bengen aufgewachsene junge Mann schon länger. „Gerade in der Vorbereitung auf die Priesterweihe spüre ich das wieder ganz deutlich. Es geht hier nicht um meine Selbstverwirklichung.“

Ein „schleichender Prozess“ sei die Berufung gewesen, erinnert sich Rieck. Da gab es immer eine „tiefe Verwurzelung“ im Glauben, die Schiffswallfahrten mit dem jüngeren Bruder und der Oma nach Bornhofen, die „klassische katholische Sozialisierung“ über Messdiener- und Pfarrgemeindearbeit. Trotzdem macht Rieck zunächst eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten, arbeitet beim Steuerberater und studiert Betriebswirtschaft. Aber dann merkt er: „Das erfüllt mich nicht.“ Priester sein, den Menschen etwa durch die Spendung der Sakramente begegnen – das hingegen kann Rieck sich immer besser vorstellen. „Also habe ich mir 2009 gesagt: Entweder wage ich jetzt den Schritt ins Propädeutikum (Vorstufe zum Priesterseminar) und schaue, wohin der Weg mich führt, oder ich mach’s gar nicht mehr.“ Mit der Entscheidung, im März 2009 getroffen, fühlt er sich befreit – und dass er dieser Berufung gefolgt ist, macht ihn bis heute immer wieder glücklich.

2010 nimmt Rieck die Priesterausbildung im überdiözesanen Studienhaus St. Lambert in Lantershofen auf, leistet ab 2014 sein Pastoralpraktikum und das Diakonat in Neunkirchen. Jetzt freut er sich darauf, als Kaplan mit den Menschen in der Pfarreiengemeinschaft Bernkastel-Kues die Sakramente zu feiern und „vor Ort Kirche zu sein, im Glauben, wo Jesus Christus erfahrbar wird“. Bei aller Freude hat er auch Respekt vor der Aufgabe: „Wie werde ich den Menschen gerecht?“ Diese Frage begleite ihn seit dem Studium. „Ich will eben nicht nur ‚Sakramentenspender‘ sein, und in den großen pastoralen Räumen wie ein ‚Grashüpfer‘ unterwegs sein, der nicht greifbar und unnahbar ist.“ Und so steht er den von der Bistumssynode beschlossenen Perspektivwechseln positiv gegenüber, denn sie führen ihn zu seinem eigenen Anspruch, Gemeinschaft zu pflegen und in Kontakt und Austausch mit den Menschen sein, hofft Rieck.

Dass er, dem Gemeinschaft so wichtig ist, als einziger Kandidat geweiht wird, sei ein komisches Gefühl: „Es wäre schön gewesen, gemeinsam losgehen zu können.“ Doch er sei ja nicht wirklich allein: Die Familie trage ihn, und die Exerzitien (Zeit der Einkehr und Vergewisserung) unmittelbar vor der Weihe macht er mit Priesteramtskandidaten aus dem Nachbarbistum Mainz. Noch stärker als bei der Diakonenweihe habe er das Gefühl, sich „hinzugeben und zu verpflichten“, sagt Rieck: „Ich werde in den Dienst genommen.“ Da sei einerseits viel von ihm gefordert. Andererseits ist er dankbar, dass die Kirche ihm das Vertrauen ausspricht, dass der Bischof ihn sendet und dass seine Heimatgemeinde hinter ihm steht. Und auch über den priesterlichen Dienst hinaus freut sich Rieck auf seine Kaplansstelle in der Pfarreiengemeinschaft Bernkastel-Kues. „Ich komme aus dem Ahrtal und gehe jetzt in eine Region, in der ebenfalls Wein wächst. Ich liebe es, mit Freunden durch die Weinberge zu wandern.“ Überhaupt sind ihm die Freunde wichtig – der Austausch mit ihnen, auch um „runterzukommen“ - die Gemeinschaft eben.

Marcel Rieck wird am Samstag, 2. Juli, von Bischof Dr. Stephan Ackermann im Hohen Dom zu Trier zum Priester geweiht. Der Gottesdienst beginnt um 9 Uhr. Am gleichen Nachmittag findet um 15 Uhr eine Dankandacht in der Jesuitenkirche in Trier statt. Dort erteilt der Neugeweihte den Primizsegen.

Quelle: Text Bischöfliche Pressestelle Trier / Foto: Zeljko Jakobovac

Anmerkung: Dominic Lück (2. von rechts) wird im Oktober in Rom ebenfalls von Bischof Stephan Ackermann zum Priester für das Bistum Trier geweiht.

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