Romwallfahrt zum Jubiläum der Priester und Seminaristen

Romwallfahrt zum Jubiläum der Priester und Seminaristen

Im Rahmen des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit lud Papst Franziskus alle Priester und Seminaristen der Weltkirche nach Rom zu einer großen Jubiläumsfeier ein. Dieser Wallfahrt schlossen sich vom 31. Mai bis zum 5. Juni neben der Hausleitung und den Seminaristen auch die Schwestern des Heiligen Karl an, für unsere Sr. Theophania war diese Reise ein besonderes Dankeschön und Geschenk anlässlich ihres 50. Hausjubiläums.
In Rom angekommen, durchschritten wir zum Auftakt der Wallfahrt die Heilige Pforte des Petersdoms und beteten am Grabe Petri für das Seminar, das Bistum Trier und die Kirche. Am Abend des ersten Tages fand zur Einstimmung auch eine Katechese und ein Pontifikalamt mit Erzbischof Georg Gänswein statt.
Am folgenden Tag begaben sich die Seminaristen und die Hausleitung nach St. Paul vor den Mauern, wo wir mit vielen anderen Priestern und Seminaristen den drei Katechesen des Heiligen Vaters über die Barmherzigkeit beiwohnten. Die Katechesen, zu denen der Papst zwischen drei Jubiläumskirchen wechselte, wurden per Videoübertragung und Simultanübersetzung in die jeweils anderen Kirchen übertragen. Papst Franziskus illustrierte seine Meditationen mit seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz und las zum Ende der dritten Katechese, zu der er dann auch in St. Paul vor den Mauern war, einen Brief vor, den er am Tag zuvor von einem italienischen Landpfarrer erhielt. Darin dankte dieser ihm für seine stets liebevollen Worte. Zum Abschluss des Tages fand im gegenüberliegenden Oratorio San Paolo eine Messe mit Bischof Josef Clemens statt, bei der auch Trierer Seminaristen ministrierten. In seiner Homilie anhand eines Gemäldes des Lieblingsmalers des Papstes, Caravaggio, deutete er aus, wie der Klerus mit gutem Beispiel bei der Ausübung der Werke der Barmherzigkeit vorangehen soll.
Am Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu fand zum Abschluss der Wallfahrt auf dem Petersplatz ein Pontifikalamt mit Papst Franziskus und rund 6000 Priestern und Seminaristen statt. In seiner Predigt skizzierte er die Aufgaben eines Priesters – und vor allem eines Pfarrers – mit den Worten „suchen“, „einbeziehen“ und „sich freuen“. Der gute Priester ist, gleich dem guten Hirten, jeder Zeit bereit sich auf die Suche nach seinen Schafen zu machen. Er „hat keine Handschuhe an [und erwartet] nicht den Gruß und die Komplimente der anderen, sondern reicht als Erster die Hand und verwirft Tratsch, Urteile und Gift.“ Zu guter Letzt soll ein Priester auch „voll Freude“ sein, so der Papst. Unser stellv. Zwei aus unserer Gruppe werden diesen Tag so schnell sicherlich nicht vergessen, denn unser stellvertretender Seminarsprecher Mathias Kremer, der auch Vorsitzender der dt. Seminarsprecherkonferenz ist, hatte einen Ehrenplatz und wurde vom Papst im Anschluss an den Gottesdienst persönlich begrüßt und eine unserer Schwestern, Sr. Teresa, durfte eine Fürbitte auf deutsch vortragen.
Der Samstag stand ganz im Zeichen einer Spurensuche, wandelte das Seminar an dem Tag doch auf den Spuren des Regens, der einen Großteil seiner Studienzeit in Rom im Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum verbracht hat. Vorbei an den zahlreichen Sehenswürdigkeiten Roms, machte die Gruppe Station in der Chiesa Nuova am Grab des Hl. Philipp Neri, in den Kirchen Il Gesù und Sant’ Ignazio und wurde im Collegium Germanicum et Hungaricum herzlich zu einem stärkenden Mittagessen empfangen. Am Nachmittag stand dann noch ein sehr informativer Empfang in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl an, wo uns Botschaftsrat Msgr. Dr. Oliver Lahl einen umfassenden und spannenden Einblick in die Botschaftsarbeit gab und auch sehr persönliche Antworten auf viele Fragen fand. Abgerundet wurde der Tag mit einem festlichen Essen, zu dem uns unser Bischof Dr. Stephan Ackermann (in Abwesenheit) einlud.
Der Sonntag stand dann schon im Zeichen des Aufbruchs. Zur Messfeier kamen einige der Gruppe im Gästehaus Villa Fatima zusammen, andere zog es nochmal für letzte Eindrücke in die Stadt, wo man das deutschsprachige Hochamt in Santa Maria dell’ Anima besuchte, bevor sich alle mittags nochmals zu einer guten Stärkung im vatikanischen Gästehaus Bonus Pastor zusammenfanden.
Ausnahmslos alle Mitfahrenden und –pilgernden waren von den vielen Eindrücken, der guten Gemeinschaft und geprägt und nehmen diese in den Trierer Alltag gerne mit. (jb/ks/th/ols)

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